Mehr Kinder braucht das Land
- Stiftung Familienwerte
- vor 14 Stunden
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von KARL-HEINZ B. VAN LIER - Präsident der Stiftung für Familienwerte -

„Mehr Kinder braucht das Land“ – so lautete jüngst die Überschrift eines FAZ-Artikels der sinkenden Geburtenzahlen in Frankreich kommentierte. Doch während Frankreich die demografische Krise offen benennt und politisch priorisiert, bleibt das Thema in Deutschland erstaunlich randständig. Nachdem die Geburtenrate dort auf 1,67 Kinder je Frau gefallen ist, spricht Präsident Emmanuel Macron von einer „demografischen Aufrüstung“ und kündigt konkrete Maßnahmen an. Frankreich hat erkannt: Wer dauerhaft unter dem Bestandserhalt von 2,1 Kindern je Frau bleibt, gefährdet langfristig seine wirtschaftliche und soziale Stabilität.
Deutschland liegt bei nur 1,34 Kindern je Frau – und das nach einem seit 1972 anhaltenden Geburtendefizit, der in unserem Land als `demografischer Wandel´ beschönigt wird. Aber dies ist kein kurzfristiger Trend, sondern ein struktureller Rückgang mit tiefgreifenden Folgen. Unser Rentensystem gerät zunehmend unter Druck, weil immer weniger Beitragszahler für immer mehr Rentner aufkommen müssen. Der Fachkräftemangel bremst bereits heute Wachstum und Innovationskraft. Ganze Regionen altern sichtbar. Schulen schließen, Betriebe finden keine Nachfolger.Oft wird Migration als Lösung genannt. Sie kann helfen, akute Lücken zu schließen. Doch sie ersetzt keine stabile demografische Basis. Integration braucht Zeit, Ressourcen und gesellschaftliche Kraft. Eine dauerhaft zu niedrige Geburtenrate bleibt ein strukturelles Problem – auch bei Zuwanderung.
Demografie ist keine abstrakte Statistik. Sie entscheidet darüber, wie tragfähig unsere Sozialsysteme sind, wie wettbewerbsfähig unsere Wirtschaft bleibt und wie stabil das Verhältnis zwischen den Generationen sein wird. Wer dieses Thema politisch auf die Nebenseite schiebt, betreibt Zukunftsvergessenheit.Und die Konsequenz ist klar: Ein Land, das dauerhaft deutlich unter dem Bestandserhalt bleibt, schrumpft nicht nur zahlenmäßig – es verliert wirtschaftliche Substanz, gesellschaftliche Stabilität und Gestaltungskraft. Wenn Politik hier weiter zögert, steuern wir sehenden Auges auf eine Entwicklung zu, in der Deutschland sich schleichend selbst abschafft.
Was dringend nottut, ist eine geburtenorientierte Familienpolitik, die jungen Menschen echte Anreize bietet – verlässliche Rahmenbedingungen, finanzielle Planungssicherheit, Vereinbarkeit von Familie und Beruf – und sie nicht zu ökonomischen Verlierern macht, wenn sie sich für Kinder entscheiden.Deutschland: aktuelle Daten aus Destatis oder Eurostat:
Jahr - Geburtenrate (Kinder/Frau) Frauen ohne Kinder (%)
1970 - 2,03 10–12
1980 - 1,75 15–18
1990 - 1,57 20
2000 - 1,38 23
2010 - 1,36 25
2020 - 1,34 27–28
Die Geburtenrate fällt, die Zahl der kinderlosen Frauen steigt




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