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TikTok und der Einfluss auf unsere Kinder




Unsere Jugend heute ist digital geprägt. Keine Frage. Man spricht von der Generation Z. Ich habe selbst drei Kinder, die zu dieser Generation gehören und merke, dass das viele Vorteile mit sich bringt, aber auch große Risiken. Digitale Anwendungen, die jeder auf seinem Handy zur Verfügung hat, helfen den Schlaf zu messen, die Kalorien und Schritte zu zählen, helfen uns zu erinnern ein Glas Wasser zu trinken, wenn gewünscht, versorgen uns mit Informationen und unterhalten uns. Und das jederzeit.


Vor kurzem sah ich ein Video von einem Mädchen, das fröhlich tanzte. Sie sagte, dass ihre absolute Lieblingstänzerin und Vorbild Charlie D ́Amelio heiße. Diesen Namen hatte ich noch nie gehört. Um meine Bildungslücke schnell zu beheben, recherchierte ich, wer diese Tänzerin sei. D ́Amelio, ein 18 Jähriges Mädchen aus USA, die über 149 Millionen (!) Follower auf TikTok hat, ist zurzeit einer der bekanntesten Menschen der Welt. Sie versorgt ihre Abonnenten mit Videos von etwa 30 Sekunden, die sie mehrmals am Tag auf TikTok hochlädt.

Diese App, die sehr einfach zu bedienen ist, auf der jedermann Videos hochladen, teilen und liken kann, zählt mit über 800 Millionen aktiven Accounts zu den meistbenutzten Apps, die es gibt. Es macht deshalb sehr viel Sinn, ein Auge darauf zu haben, denn diese App verändert gerade unsere Gesellschaft. Die Kreativität, die man dort findet, ist überwältigend. Es macht wirklich Spaß Videos hochzuladen und sie mit den verschiedenen Möglichkeiten, die die App zu bieten hat, schöner, bunter oder schneller zu machen. Jede Art von Filter kann man dort finden: Ob Schneeflocken, Disco-Lichter oder Waldklänge. Natürlich fehlen auch die verschiedenen „Beauty“ Filter nicht. Jede allzu große Nase wird ganz schnell perfekt und jedes Kilo zuviel korrigiert. Ohne große Erklärung können die Nutzer sich damit austoben. Extrem unterhaltsam ist die App. Schnell verbringt man damit zwei Stunden. Gefühlt war es nur eine viertel Stunde! Die App passt sich an. Ständig neue und abwechslungsreiche Videos werden angeboten, dank dem „Personalisierungsalgorithmus“ von TikTok, der auf Basis des Nutzerverhaltens fesselnde Inhalte vorschlägt.

Jeder kann die Anwendung ohne Anmeldung nutzen. Und das muss man sich genauer überlegen. Millionen von Menschen auf dieser Welt, jung und alt, verbringen Stunden mit dieser App. Die Zeit, die sie dort verbringen, fehlt unserer Gesellschaft. Viele Kinder lesen und lernen immer weniger; sie verbringen weniger Zeit mit Freunden (zumindest off-line) oder mit der Familie. Nicht selten berichten uns Lehrer, dass die Kinder müde zur Schule kommen, weil sie oft bis 1 Uhr morgens oder später an ihrem Handy waren. Vergeudete Zeit.

Durch die massive Nutzung der App ist klar, dass dort schnell Trends entstehen. Personen werden ohne große Mühe bekannt. Unsere Jugend lernt dadurch, dass es Erstrebenswert ist berühmt zu sein. Hohe Abonnentenzahlen bedeuten gleichzeitig viel Geld und Ansehen. Weltweit sind diese Influencer, auch hier in Deutschland, in der Regel sehr jung und werden sehr schnell unsagbar reich. Die mittlerweile prominente Addison Ray aus USA, zum Beispiel, die 15 Jahre alt war, als sie mit TikTok angefangen hat, hat mittlerweile ihren eigenen Netflix Film und ein Bankkonto mit mehreren hundert Millionen. Die Influencer zeigen, wie schön sie sich kleiden, was für wunderbare Orte sie besuchen, wie einfach es ist und welch fast perfektes Leben sie angeblich führen. Die Nutzer der App verlieren sich schnell in diesen Welten. Die Unterscheidung zwischen Realität und Illusion ist nicht mehr selbstverständlich. Eine große Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit wird deutlich. Es entsteht ein Loch in der Seele vieler Kinder, die meinen, sie leben ein unerfülltes Leben.

Der Mensch hat einen Körper und eine Seele. Unser Körper braucht die richtige Nahrung, genug Bewegung und Pflege, um gut zu funktionieren. Genauso braucht der Mensch die richtige Nahrung für die Seele. Und wenn Kinder und Jugendliche sich seelisch regelrecht mit „Müll“ ernähren und wir Eltern das nicht merken, werden wir bald mit einer noch größeren Welle von Social-Media-Suchterkrankungen zu rechnen haben. Die Zielgruppe von TikTok sind pubertierende Jugendliche, die emotional noch nicht ausgereift und sehr beeinflussbar sind. Alles Mögliche ist dort zu finden und Teenagern sagt ein Bild mehr als tausend Worte!

Bleiben Sie im Gespräch mit ihren Kindern. Fragen Sie sie, was sie sich dort gerne anschauen, was sie von den Apps der Sozialen Netzwerke halten. Interessieren Sie sich für die Videos, die Ihr Kind produziert und gepostet hat. Eine gute Gesprächskultur zuhause ermöglicht Ihren Kindern, von Ihnen zu lernen und zu Erwachsenen zu reifen

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