In den Kitas droht Kollektivierung statt Individualisierung



So kommentiert die Journalistin Sabine Menkens von der WELT am 24.8.2020 das Ergebnis der neuesten Qualitätsstudie über Kitas in Deutschland von der Bertelsmann-Stiftung.


Deren Fazit lautet: Es hat sich zwar einiges gebessert. Aber die Ansprüche an hochwertige Bildung werden oft nicht erfüllt. Und manche Kinder sind zu Hause einfach besser aufgehoben.


Doch lesen Sie weiter:


https://www.welt.de/politik/deutschland/article214195118/Qualitaetsstudie-In-den-Kitas-droht-Kollektivierung-statt-Individualisierung.html



Dazu ein Kommentar von Karl-Heinz B. van Lier


Es ist schon erstaunlich, dass die Bertelsmann-Stiftung, die stets für den raschen und groß angelegten Ausbau der frühen Fremdbetreuung eintrat, jetzt ein fehlendes Qualitätsniveau bei den besagten Krippen feststellt. Und sie nennt auch den Grund: latenter Personalmangel.


Von den Nebenwirkungen, die eine überforderte stressgeplagte Crew von Erzieherinnen für die Kleinkinder hat, spricht die Studie nicht. Ihr geht es hauptsächlich um das Erreichen eines bestimmten Bildungsniveaus, das bei fehlenden Fachkräften kaum erreichbar ist.


Sie spricht auch nicht darüber, wie vor dem Hintergrund eines leer gefegten Arbeitsmarktes eine Strategie aussehen könnte, die ein adäquates Qualitätsniveau der Krippen zum Ziel hat. Denn es fehlen bis 2025 über 300.000 Erzieherinnen deutschlandweit. Wenn der ideale Personalschlüssel von einer Erzieherin zu drei Kindern eingelöst werden solle, dann sind es mehr als 500.000, die fehlen.


Wir sehen, dass die Akteure der massiven Ausweitung der kollektiven Fremdbetreuung, die Rechnung nicht mit dem Wirt gemacht hat. Und der heißt: leer gefegter Arbeitsmarkt dank des demographischen Wandels. Spätestens jetzt sollte eine konzeptionelle Neuformulierung der Fremdbetreuunt vorgenommen werden, die allen Betroffenen - und das sind in ersten Linie die Kinder - gerecht wird.


Im Zuge dieser Evaluierung sollte Familienministerin Giffey darüber nachdenken, wie man die alternative elterliche Erziehung angemessen honorieren und den Einsatz von Tagesmüttern attraktiver gestalten kann.

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