top of page

Wo sind die kreativen Lösungen?

Karl-Heinz van Lier, Präsident der Stiftung für Familienwerte

In seinem Kommentar vom 22. März 2023, überschrieben mit „Kita-Utopien“, glaubt Jasper von Altenbockum das Kita-Betreuungsloch durch die Vergrößerung der Kindergruppen in den Griff zu bekommen. Dieses Ansinnen muss aus mehreren Gründen scheitern, denn es würde erstens bedeuten, dass den ohnehin stressgeplagten Erzieherinnen eine weitere Belastung zugemutet würde, mit entsprechenden negativen Folgen für die Kinder.

Zweitens müssen wir wissen, dass das staatliche Betreuungswesen, das seine Bürger ganztags von der Wiege bis zur Bahre betreut, als solches längst defizitär ist, auch deshalb, weil es außerordentlich personalaufwendig ist. Doch das große Heer von Fachpersonal fehlt, weil Kinder, die in den letzten 50 Jahren nicht geboren wurden, heute keine Erzieherinnen, Lehrerinnen oder Pfleger sein können. In der Folge befindet sich Deutschland in einer dramatischen strukturellen Notlage, die nicht mit einfachen Maßnahmen, wie z.B. mittels finanzieller Anreize oder Aufwertung des Berufs in den jeweiligen Dienstleistungsbranchen überwunden werden können.


Anstatt eines von der Familienpolitik betriebenen weiteren Ausbaus der „alternativlosen“ Betreuung, bedarf es dringend einer Revision des Betreuungssystem von Grund auf. Dieses sollte das familiäre Betreuungspotential – ganz im Sinne der Subsidiarität – nutzen und entsprechend finanziell unterstützen, samt Einbeziehung der in diesen Jahren aus dem aktiven Berufsleben ausscheidenden Babyboomer, Elterninitiativen, einem Ausbau des Einsatzes von Tagesmüttern etc. Not macht erfinderisch!


Wo aber sind die Parteien, die ihren Gestaltungsauftrag mit kreativen Lösungen füllen?


















63 Ansichten

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen

Comments


bottom of page