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Bleibt ein Krippenkind zurück?





So lautete 1960 ein Artikel im Neuen Deutschland (DDR) im Rahmen der Diskussion um Krippen in der DDR. Ähnlich der heutigen angeblichen Bildungsförderung bemühte man sich damals zu suggerieren, dass das staatliche Betreuungsangebot der Familienbetreuung überlegen wäre. Die Argumentation wurde damals auf zwei Säulen aufgebaut:

1.: Die Kinder würden von Experten betreut, die es besser verstünden als die Eltern und 2.: könne eine berufstätige Mutter ihre Kinder aufgrund ihrer umfassenden Lebenserfahrung besser erziehen als eine Hausfrau. Die frühe Kindheit wurde in der DDR verstaatlicht. Systematisch wurde in der DDR 1949 damit begonnen, große Teile des Alltagslebens von Säuglingen und Kleinkindern aus der Familie heraus in staatliche Institutionen zu verlagern. Im Zentrum standen die Umgestaltungsversuche der bürgerlichen Familie.

Ursächlich für die Umgestaltung der frühen Kindheit in der DDR waren ökonomische und ideologische Interessen des Staates an der Erwerbstätigkeit der Frau. In der sozialistischen Familie sollten Mutter und Vater berufstätig sein, während ihre Kinder durch staatliche Institutionen betreut wurden. Das Familienmodell eines berufstätigen Vaters und einer nicht berufstätigen Mutter, die sich in den frühen Jahren der Kindheit selbst um ihren Nachwuchs kümmerte, wurde als bürgerliches Relikt abgewertet. Ökonomischer und ideologischer Druck wurde aufgebaut: Nur-Hausfrauen mussten sich zunehmend verantwortungslos und egoistisch fühlen, wenn sie weiterhin aktive Mitarbeit am Aufbau der neuen Ordnung verweigerten (Obertreis). Die führende Krippenforscherin der DDR Prof. Eva Schmidt-Kolmer wies jedoch bereits 1963 auf erhebliche Entwicklungsrückstände der Krippenkinder hin: Das Entwicklungstempo der zwischenmenschlichen Beziehungen bleibt bei den Tageskrippenkindern um 10% niedriger als das der Familienkinder. Der Entwicklungsrückstand der Kinder beträgt am Ende des 3. Lebensjahres im Durchschnitt etwa 5 Monate. Auch die Psychologin Karin Hortmann der DDR wies in der Neuen Berliner Illustrierten auf die Unruhe, Weinerlichkeit, Schlaf- und Appetitstörungen, Entwicklungsrückfälle der Krippenkinder und die Dramatik der Bezugspersonenwechsel hin, was jedoch dazu führte, dass der Chefredakteur der Illustrierten ins Ministerium für Volksgesundheit einbestellt und seiner Tätigkeit als Chefredakteur entbunden wurde. Es sollte verschwiegen werden, dass die sprachlichen und geistigen Fähigkeiten der Familienkinder signifikant über denen der Krippenkinder lagen (Hortmann). Die auch weiterhin so geringe mentale Anregungsqualität in Krippen wird durch die Daten des Nationalen Bildungspanels (NEPS), des (IQB-Bildungstrends 2021) sowie die psychischen Auffälligkeiten in der sozial-emotionalem Entwicklung (KIGGS) aktuell bestätigt (s.a. Bildungsentscheidend ist die Familie). Kritische Forschungsergebnisse wurden jedoch mit politischem Druck klein gehalten und verleugnet. Wenn man die Arbeit von Müttern mit jungen Kindern fördern wollte, musste man vor allem ihre Sorgen gegenüber der staatlichen Betreuung zerstreuen und die Verbreitung der kritischen Befunde von Schmidt-Kolmer verhindern und diskreditieren: Die Untersuchungen ... von Frau Prof. Schmidt-Kollmer beruhen z.T. auf Testmethoden der bürgerlichen Psychologie, die von uns nicht vertreten wird und auf die Entwicklung der Krippen ... keinen Einfluss hat (Ministerium für Gesundheitswesen der DDR).

Wundert es, dass nach diesen Defiziten der frühkindlichen Erziehung der Anteil Ostdeutscher in Eliten so gering ist, worauf die Tagesschau hinwies? Im Elitenmonitor gibt es in nahezu allen Bereichen kaum Ostdeutsche an der Spitze. Happy children make better business! Von Bildungsförderung kann man da wohl kaum noch reden.

Stattdessen propagiert die aktuelle Familienpolitik ignorant weiterhin die Kindertagespflege als Weg zum Erfolg. Dafür wird der flächendeckende Ausbau der unkindgemäßen Fremdbetreuung geschichtsvergessen zu Lasten der Kinder weiter vorangetrieben. Die Krippenquote der DDR wurde bereits übertroffen: 1970 besuchten in der DDR 29,1% der Null-Dreijährigen eine Krippe, Am 1. März 2023 betrug die Betreuungsquote der unter Dreijährigen in Deutschland 36,4 %. Der behauptete Betreuungsbedarf liege bei 46,8%, weshalb der Ausbau weitergehen müsse. Mutige Kinderärzte hatten bereits in der DDR gegen die negativen Folgen der Krippenerziehung protestiert: Jahrzehntelang wurde ein ausschließlich positives Bild der Krippenbetreuung propagiert. Wissenschaftliche Ergebnisse und Meinungen, die auf negative Folgen der Krippenbetreuung hinwiesen, wurden zensiert und unterdrückt. Der Mainzer Kinderarzt Prof. Johannes Pechstein warf den DDR-Kollegen vor, sie missachteten eigene Untersuchungsbefunde über die Benachteiligung der Kinder in Krippen. Auch weiterhin werden kritisch-negative Forschungsbefunde ignoriert. Allerdings entscheiden sich zunehmend Eltern für eine kitafreie Erziehung, um ihren Kindern die Nachteile institutioneller Kitafremdversorgung zu ersparen.

Schreiben Sie uns gerne Ihre Krippenerfahrungen oder über die Erziehung zu Hause in der Familie. Glückliche Kinder sind kein Zufall - Happy children make better business ® !






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